Alles andere zeigt die zeit bpb. Film

Alles Andere zeigt die Zeit

Alles andere zeigt die zeit bpb

Der Film fragt nach kollektiven, aber vor allem nach den individuellen Gründen der Radikalisierung und lässt das dokumentarische Material dabei vornehmlich für sich sprechen. Am Ende drängten sich mehr als 500 Zuschauer auf den Treppen sowie auf dem Boden rund um die große Leinwand. Die Beschreibung einer komplexen Realität und die Verknüpfung der verschiedenen Zeitebenen ist vor allem ein Verdienst der subtilen Montage, für die Voigt mit Kathrin Dietzel eine Editorin wählte, die sich das ausufernde Material aus drei Jahrzehnten mit dem unbelasteten Blick einer jüngeren Generation erschließen konnte. Er bildet den Abschluss der Leipzig-Filmreihe. Ihre dabei geäußerten, teilweise offen rechtsextremistischen Ansichten nimmt Voigt nicht unwidersprochen hin, sondern konfrontiert sie mit Gegenargumenten.

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„Alles andere zeigt die Zeit“

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Oft erzählen die Umgebungen, durch die sich die Protagonisten bewegen, den sozialen und historischen Kontext, und mitunter kommentieren die Fahrtbilder aus verschiedenen Jahrzehnten das auf der Gesagte. Im Rahmen des Festival-Programms läuft der Film noch dreimal, unter anderem im Cinestar und der Schaubühne Lindenfels. Seine Filme sind geprägt durch ihre Nähe zu den Menschen, ihre Geschichten, Träume und Hoffnungen, die der Regisseur sensibel hinterfragt und für die er bildliche Metaphern findet. Aus der Punkerin Isabel ist eine erfolgreiche Insolvenzverwalterin geworden, die schwäbische Betriebe abwickelt und Schuldner berät. Der Leipzig-Zyklus zeigt, wie sich große historische Ereignisse und Umbrüche in Biografien und im Alltag von Menschen in einem spezifischen zeitlichen und räumlichen Kontext niederschlagen.

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„Alles andere zeigt die Zeit“

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Die so entstehenden Psychogramme Voigt mit Bildern einer Stadt zwischen Abbruch und Neuaufbau, resignierter Armut und Hochglanz-Konsumwelt. Im vergangenen Jahr besuchten 43. Der Film fängt die Stimmung auf den Straßen unmittelbar ein, unterschiedlichste Menschen äußern offen ihre Wut und Enttäuschung, aber ebenso ihre Hoffnung auf Freiheit — die zentrale Forderung der Demonstrierenden. Große weite Welt kehrt 1996 zu Sven und einigen Protagonistinnen aus Letztes Jahr Titanic, unter anderem zu Isabel und Renate, zurück und konstatiert das Ankommen der Ostdeutschen in einer ernüchternden Realität. Oktober 1989 war hier die entscheidende Wende zur friedlichen Revolution vollzogen worden, nachdem eine Allianz von Oppositionellen und Parteifunktionären die blutige Niederschlagung der Proteste verhindern konnte.

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„Alles andere zeigt die Zeit“

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Und die Tochter von Florstedt begibt sich, nachdem die Mutter 2001 Selbstmord beging, auf die Spurensuche ihrer Familie, die in eine schwierige Stasi-Geschichte verwickelt war. Glaube Liebe Hoffnung von 1993 ist der umstrittenste und härteste Film des Zyklus. Edita, transsexuelle Prostituierte, Paris 5. Sie waren Teenager, 14, 15 Jahre alt. Schon ab Dezember 1989 folgt Voigt weiter dem Schicksal ausgewählter Protagonistinnen und Protagonisten in Leipzig bis zum Dezember 1990.

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Film

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Seinen Protagonisten begegnet der Regisseur zugleich aufmerksam und kritisch. Regisseur Voigt traf die Ex-Punkerin Isabel als 14-jährige Hausbesetzerin; heute hat sie eine Insolvenzfirma in Stuttgart. Das ist hochspannend und macht nachdenklich, auch über den eigenen Werdegang. Dirk sitzt zu Beginn der Dreharbeiten wegen eines Überfalls auf ein Ausländerwohnheim im Gefängnis, während seine Freundin Jeanine auf seine Entlassung wartet. Prince aus Nigeria im Knast in Tilburg 11. André ist Skinhead, arbeitet auf einem Weihnachtsmarkt und macht Rockmusik mit xenophoben Texten.

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Leipzig im Herbst

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Dort können sich Interessierte mit mobilen Geräten in einer interaktiven Ausstellung informieren. Dabei ergeben sich mitunter deutliche Kontraste, etwa wenn eine Fahrt im teuren Cabrio von heute und die Forderungen der Demonstrierenden von 1989 wie ein Kommentar montiert werden. Der Traum vom bessere Leben 3. Seine Frau ließ sich von ihm scheiden. Der Eintritt pro Film beträgt sieben Euro, ermäßigt sechs. Karten sind in den Passagekinos, im CineStar, in der Nato und der Schaubühne Lindenfels sowie erhältlich. Strukturgebend ist das wiederkehrende Motiv der Bewegung: der Zug, der durch den verfallenen Leipziger Westen fährt zunächst in , später in Farbe , Renate in der Straßenbahn, in der zwanzig Jahre später ihre Tochter fährt, Isabel im schnellen Auto und Sven, humpelnd auf Krücken und über seinem Kopf die Wuppertaler Schwebebahn.

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